Banken wappnen sich für Digitalisierung

Alles was im Finanzsektor Rang und Namen hat, war auf der Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“ vergangene Woche in Frankfurt/Main vertreten. Klar, dass pmOne als Lösungsanbieter mit einem Schwerpunkt im Finanzdienstleistungsbereich dort nicht fehlen darf. Heimo Teubenbacher, als pmOne Senior Consultant auf diese Zielgruppe spezialisiert, hat wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass in der Finanzwelt dieselben Themen hoch im Kurs stehen, die ihn auch im Tagesgeschäft begleiten: Digitalisierung, Datenanalyse und Prozessoptimierungen. Wie sich die Branche unter diesen Rahmenbedingungen neu aufzustellen gedenkt, hat er in seinem ersten Blog-Beitrag zusammengefasst.

Das Panel beim Event „Banken im Umbruch“ war stets hochkarätig besetzt, und in einem bunten Reigen aus Impuls-Referaten, Power Talks, Interviews und Experten-Diskussionen wurden die aktuellen Themen und Herausforderungen der Banken erörtert und diskutiert. Kontrovers verlief die Diskussion, als es um Auswirkungen der aktuellen Niedrigzinspolitik ging. Bankenvertreter machten der EZB unverhohlen und einhellig den Vorwurf, dass die Niedrigzinspolitik (vor allem die aktuellen Negativzinsen) zu unerwünschten Auswirkungen an den Kapitalmärkten führe, die gewünschte Wirkung – Ankurbelung der Realwirtschaft – hingegen ausbleibe. Der Chef der französischen Notenbank , Francois Villeroy de Galhau, sowie Felix Hufeid, Präsident BaFin, konterten, dass es die Staaten versäumt hätten, durch eine ergänzende Fiskalpolitik die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und dass die Konsolidierung der Staatshaushalte in einzelnen Staaten nur zögerlich in Angriff genommen worden sei.

 

Zur „Großwetterlage“ der europäischen Konjunktur, den Folgen des BREXIT und der Fortsetzung der Niedrigzinspolitik der EZB ließ Leonhard Fischer (Ex-Dresdner Bank CEO) aufhorchen. Seiner Meinung nach entsteht durch den fortgesetzten Aufkauf der Staatsanleihen durch die japanische sowie europäische Nationalbanken die Möglichkeit, dass am Ende die Staatschulden „eliminiert“ werden könnten und das Spiel von Neuem beginnt. Skepsis sei angebracht, denn eine alte Investmentbanking-Regel lautet: „there is no free lunch“.

 

 

Digitalisierung und Konsolidierung beschäftigen die Branche

Soweit zur allgemeinen Finanzlage. Als auf Themen für die Financial Services Industry (FSI) spezialisierter Berater war es insbesondere interessant, dass sich weitere Aussagen zahlreicher Referenten und Diskutanten an zwei Hauptthemen festmachen ließen: Digitalisierung und Konsolidierung.

 

Beim Thema Digitalisierung scheint sich aus der vermeintlichen Konkurrenzsituation arrivierter Banken und der „jungen Wilden“ mit ihren FinTech-Unternehmen ein interessantes Miteinander entwickelt zu haben. So nehmen die „Großen“ in ihren Future-Labs den Markt genau unter die Lupe und suchen – um die klassischen Bankdienstleistungen „mobil“ zu gestalten – gezielt nach Kooperationsmöglichkeiten für neue Ideen. Auch hier stand die Koexistenz von analog (Filialgeschäft) und digital im Vordergrund, wenn auch mit unterschiedlichen Nuancen – je nach Interessenslage der einzelnen Vertreter. 

 

Ein Schwerpunkt beim Thema Digitalisierung galt den Daten. Anhand von Aussagen wie „Daten sind das neue Rohöl“ wurde deutlich, dass man sich in den Banken mit diesem Thema bis auf C-Level intensiv auseinandersetzt. Datenanalysen werden als Weg angesehen, um Informationen zum richtigen Zeitpunkt zum Kunden zu transportieren – wohlwissend, dass das europäische Recht hier enge Grenzen setzt. Doch das Interesse von Kunden an zielgerichteten Informationen aus Vergleichen bzw. Entwicklungstendenzen ist offenkundig und will bedient werden.

 

Karl-Theodor zu Guttenberg als prominenter Gastredner

Karl-Theodor zu Guttenberg (Vorsitzender und Co-Founder der Investmentfirma Spitzberg Partners) thematisierte in seinem Vortrag das Szenario einer „Bedrohung“ der arrivierten Banken durch Google, Amazon und Facebook. Nachdem sich seine aktuelle Wirkungsstätte in New York befindet, waren seine Aussagen geprägt von aktuellen Entwicklungen in den USA, wo sich sowohl politisch als auch wirtschaftlich ein Umbruch abzeichnet. Vor allem die Aussage, dass „Monopolisten“ in einem Umfeld des raschen Wandels von Teilen der Politik positiv gesehen werden, gibt den Vorreitern einzelner Branchen einen starken Aufwind, sich ihre Marktmacht zunutze zu machen.

 

In Sachen Konsolidierung ließ der CEO der Deutschen Bank, John Cryan, aufhorchen. Er bestätigte zwar Gespräche mit dem CEO der Commerzbank, Martin Zielke, wies jedoch Spekulationen zu einer anstehenden Fusion deutlich von sich. Und das, obwohl er grundsätzlich die Meinung vertrat „there are too many banks“. Hingegen betonte DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch, dessen Institut nach Fusion mit der WGZ Bank nun landesweit die drittgrößte Bankengruppe ist, die Vorteile der neuen Größe und forderte, die Konsolidierungen am deutschen Bankenplatz weiter voranzutreiben. Interessant auch das Statement des CS Verwaltungsratsvorsitzenden, Urs Rohner, der die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit über Sektoren hinweg betonte, beispielsweise durch Schaffung einer landesweiten Back-Office-Gesellschaft. 

 

pmOne gut aufgestellt, um Bedürfnisse der Financial Services Industry zu adressieren

Auf pmOne bezogen, hat der Besuch der Konferenz noch einmal bestätigt, dass wir optimal aufgestellt sind, um die Bedürfnisse von Banken, Versicherungen sowie der gesamten Financial Services Industry zu adressieren: Big Data, Predictive Analytics, integrierte Finanzarchitektur sowie Szenario- und Simulationsmöglichkeiten (um welche die Finanzplattform Tagetik erweitert worden ist) sind alles Themen, die der Branche unter den Nägeln brennen. Wir freuen uns, wenn wir unseren Finanzdienstleistungskunden als kompetenter Partner zur Seite stehen und unser Know-how rund um Planung, Reporting und Analyse einsetzen können, um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen. 

 

Übrigens: In den kommenden Wochen und Monaten gibt es für Interessierte zahlreiche Gelegenheiten, pmOne und ihre Lösungen live kennenzulernen und sich mit unseren Experten persönlich auszutauschen. Hier finden Sie eine Übersicht von Veranstaltungen, die wir selbst ausrichten oder bei denen wir vertreten sind.

 

Mehr zur Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“ unter: http://veranstaltungen.handelsblatt.com/banken-im-umbruch/jahrestagung-2016/programm-2016/

 

 

Heimo Teubenbacher

Senior Account Manager

pmOne AG

Heimo Teubenbacher hat in seiner 25-jährigen Bankenkarriere mit Schwerpunkt im Bereich Finance & Risk im Private Banking, Asset Management, Retail- und Hypothekarsgeschäft gearbeitet. Seit seinem Wechsel zur pmOne, wo er als Senior Account Manager vorzugsweise Banken und Versicherungen betreut, bringt er seine Erfahrung in Projekte für Planung, Reporting und Konsolidierung ein.

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