Business Intelligence in der Cloud – eine Bestandsaufnahme

Tim Erben hat zum Thema Business Intelligence in der Cloud recherchiert. Was bewegt die Unternehmen aktuell? Welche Strategie ist empfehlenswert? In seinem Beitrag hat er das Für und Wider sowie die Besonderheiten Cloud-betriebener BI-Anwendungen zusammengefasst.

Die Cloud als Geschäftsmodell hat es derzeit generell nicht leicht, das gilt für den B2C- ebenso wie für den B2B-Markt. Sowohl geschäftliche als auch private Endanwender sind nach den jüngsten Veröffentlichungen zum Thema Datenschutz und Sicherheit sehr verunsichert und wissen nicht genau, wie sie mit dem Thema Cloud Computing umgehen sollen. Regelungen zur Sicherheit, zur Transparenz ihrer Daten oder zu den rechtlichen Rahmenbedingungen sind derzeit nicht wirklich für sie greifbar bzw. politisch vorgegeben. Die Cloud steht vor einer schwierigen wirtschaftlichen Herausforderung, die es nun zu bewältigen gilt.



Business Intelligence in der Cloud ist derzeit ein spannendes Thema und wird von mittelständischen Unternehmen wie auch Konzernen genau beobachtet. Die vorhandenen Cloud-Lösungen von Anbietern, wie z.B. Microsoft, SAP oder MicroStrategy, bieten umfangreiche Analyse- und Reportingmöglichkeiten von Geschäftsdaten an, die von jeder Art von Endgerät abrufbar sind. Außerdem ist zu beobachten, dass eine Reihe von Startup-Unternehmen ebenfalls auf den Zug „BI auf dem Weg in die Cloud“ aufspringt. Was aber ist der klare Vorteil von Business Intelligence in der Cloud? Die Fähigkeit zu besitzen, schnell und einfach zu skalieren, einer großen Anzahl von Endanwendern, wie Fachanwender, PowerUser oder IT-Abteilung, die Möglichkeit zu bieten, auf Analysen innerhalb von wenigen Minuten zuzugreifen (Self-Service-BI).



Bei Cloud-basierter BI geht es jedoch nicht nur um die Analysefähigkeiten für den Endanwender. Tatsache ist, dass BI-Anwendungen von Unternehmen alle einen eigenen „Charakter“ haben, sehr individuell aufgebaut sind und die Daten meist aus mehreren operativen Quellen stammen. Egal, ob Cloud oder On-Premise – BI-Anwendungen sind und bleiben sehr umfangreich und komplex.



In einem kürzlich erschienenen wissenschaftlichen Artikel „Kriterien für den Cloud-basierten Bezug von IT-Lösungen im Anwendungsfeld Business Intelligence – eine Entscheidungsunterstützung für das Sourcing von Business Intelligence-Lösungen“ von Norman Bernhardt, pmOne AG, und Dr. Stefanie Leimeister, Microsoft Deutschland GmbH, werden genau diese Herausforderungen detailliert behandelt. Dabei wird deutlich, dass die Cloud-Bewegung im Kontext BI noch ein zartes Pflänzchen ist. Die zur Verfügung stehenden Versionen der einzelnen Anbieter sind auf dem Weg, die anspruchsvollen und umfangreichen Werkzeuge für grundlegende Datenverarbeitung, Berechnungen oder Analysen an den On-Premise-Standard anzugleichen.



Wichtig zu wissen ist, dass Cloud BI nicht nur eine einfache Dienstleistung ist, die von verschiedenen Anbietern erworben werden kann. Vielmehr gestaltet sich Business Intelligence als eine komplexe und schwierige Angelegenheit mit sehr individuellen Ausprägungen hinsichtlich Geschäftsdaten oder Strategien, so dass sie nicht „out of the box“ angeboten werden kann.



Darüber hinaus haben Unternehmen häufig Bedenken, ob sie noch die Kontrolle über ihre Daten besitzen, wenn diese sich in der Cloud befinden. In vielen verschiedenen Online-Foren wird genau diese Befürchtung verstärkt diskutiert. Doch die Community erkennt auch, dass es keine Entweder-Oder-Entscheidung sein muss: Die Überlegungen tendieren nicht zu einem vollständigen Wechsel von On-Permise zur Cloud. Vielmehr wird Business Intelligence in der Cloud eher als positive Ergänzung zum On-Premise-Angebot gesehen. Eine solche duale Strategie bietet Unternehmen zum einen mehr Sicherheit, zum anderen profitieren sie auch von Vorteilen bei Ressourcen, Lizenz- und Betriebskosten.



Fazit: Cloud BI eröffnet Unternehmen spannende Möglichkeiten, um infrastrukturelle Engpässe zu überwinden, ohne dabei die Wertschöpfung zu beeinträchtigen. Die Zukunft wird zeigen, wohin die Reise geht und welche Vorteile, Sicherheiten und rechtliche Rahmenbedingungen die Cloud mit sich bringt.

Tim Erben

Head of Digital Marketing

pmOne AG

Tim Erben, Head of Digital Marketing ist seit mehr als 9 Jahren für die pmOne im Bereich Corporate und Online-Marketing tätig. Zuvor war er mehrere Jahre für verschiedene Unternehmen im Bereich Business Intelligence, Performance Management und Enterprise Content Management aktiv. Schwerpunktmäßig beschäftigt sich Tim Erben mit Themen wie Corporate-/Online-Marketing Strategien, Modern Marketing: Content, Automation and Analytics to Drive Growth sowie Technical SEO.

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