Self-Service BI auf dem Vormarsch

Selbstständig und ohne tiefgehende IT-Kenntnisse umfassende Business-Intelligence-Lösungen erstellen zu können, ist der Traum vieler Anwender. Die Branche hat reagiert. Self-Service-Funktionalität wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Dieser Blog-Beitrag ist eine Bestandsaufnahme und beleuchtet den Stellenwert von Self-Service BI - kurz SSBI, die Anforderungen, Vorteile und Voraussetzungen.

Wer heutzutage Business Intelligence (BI)-Lösungen verkauft, kommt am Thema Self-Service BI (SSBI) nicht vorbei. Ob eine Lösung SSBI-fähig ist, spielt für Unternehmen und Anwender eine zunehmend wichtige Rolle, wenn sie sich für die Zusammenarbeit mit einem Anbieter entscheiden. Denn: Fachanwender wollen (oder müssen) schneller zu eigenen Lösungen kommen. Insofern ist es heute quasi Standard, dass BI-Lösungen auch SSBI-Komponenten beinhalten.

 

Das war nicht immer so: Von der Tool-Seite her betrachtet, war Self-Service BI zunächst ein eigener Markt, den verschiedene Spezialanbieter mit ihren „Data Discovery Tools“ bedienten. Doch das hat sich grundlegend gewandelt. Denn einhergehend mit den steigenden Ansprüchen ihrer Kunden, die vermehrt SSBI-Fähigkeit forderten, haben heute nahezu alle BI-Anbieter entsprechende Funktionalitäten in ihre Produkte integriert. Darüber hinaus müssen moderne, unternehmensweite BI-Lösungen auch den Bedarf an ein standardisiertes Enterprise Reporting abdecken.

 

Doch was macht eine gute Self-Service BI Lösung überhaupt aus? Eines der wichtigsten Merkmale ist die Anwenderfreundlichkeit. Entsprechende Lösungen müssen leicht bedien- und erlernbar sein, ohne dass Nutzer tiefe technische Fachkenntnisse besitzen. Schließlich ist es der Grundgedanke von Self-Service BI dass Anwender autonom nicht nur reine Reports, sondern umfassende BI-Lösungen erstellen können – und zwar unabhängig von den Teilschritten, die bis zu einer fertigen Lösung anfallen können. Das heißt, Self-Service BI erstreckt sich von der Datenbeschaffung bis hin zum fertigen Bericht. Und Self-Service BI soll ermöglichen, dass neue Daten in vorhandene Analysen integriert werden können, ohne dass dazu aufwändige IT-Implementierungen notwendig wären. 

 

Win-Win-Konstellation für Fachabteilung und IT durch Self-Service BI 

Je nach Perspektive stehen für die Beteiligten unterschiedliche Vorzüge von Self-Service BI im Vordergrund: Während für die Anwender Eigenständigkeit und größere Unabhängigkeit von der IT eine große Rolle spielen, bekommt die IT eine Garantie, dass die technologische Infrastruktur unangetastet bleibt und Anforderungen an die IT-Sicherheit berücksichtigt werden.

 

Die meisten Anfragen erreichen uns noch immer aus den Fachabteilungen, die – bedingt durch Globalisierung und wachsende Datenkomplexität – vor der Herausforderung stehen, schneller reagieren zu müssen. Mit SSBI wollen sie vermeiden, länger als nötig auf die IT bzw. auf Änderungen und Aktualisierungen an ihren BI-Lösungen zu warten. Allerdings stellen wir auch eine Zunahme von Anfragen fest, die aus der IT-Abteilung stammen. Die Verantwortlichen dort haben offensichtlich verstanden, dass der kontrollierte Einsatz von SSBI-Lösungen zu einer besseren Aufgaben- und Arbeitsverteilung zwischen allen Beteiligten führt und Self-Service BI letztendlich eine Win-Win-Konstellation ist: Die Fachanwender können ihre Daten besser analysieren, während sich die IT Kapazitäten schafft, um andere Aufgaben anzugehen oder die Plattform zu managen.

 

Das sollten Unternehmen zu Self-Service BI bedenken

Bei aller Euphorie gibt es noch einige Aspekte, die Unternehmen bedenken sollten. So geht eine gute SSBI-Lösung einher mit Guidelines, Spielregeln und Datenschutzrichtlinien. Optimalerweise etabliert sich eine SSBI Governance. Damit eine Lösung langfristig erfolgreich ist, sollte Self-Service BI als Fortsetzung klassischer BI-Lösungen betrachtet werden und deshalb als Teil der Gesamtstrategie im Unternehmen verankert sein.

 

Eine weitere Herausforderung besteht für Unternehmen im Kontext Data Warehousing, Datenmanagement und Datenintegrität. Hier muss der Datenschutz, ein verantwortlicher Umgang sowie die Weitergabe von Daten geregelt sein und vom Unternehmen „gelebt“ werden. Auch sollte von vornherein die Möglichkeit bedacht werden, SSBI-Lösungen in spätere Data Warehouse-Umgebungen einzubinden. Neben der „Single Version of the Truth“ des Data Warehouse kommt es nun möglicherweise zu weiteren „Wahrheiten“. Das kann der Fall sein, wenn SSBI-Anwender andere Berechnungslogiken definieren als die, die im Data Warehouse für zentrale Kennzahlen wie zum Beispiel den Deckungsbeitrag hinterlegt sind.

 

Wie kann eine Self-Service BI Lösung aussehen?

Die Anforderungen, die Kunden und Interessenten einer Self-Service BI Lösung typischerweise an uns richten, lassen sich in vier wesentliche Bereiche unterteilen: Zum einen geht es um ein Höchstmaß an Automatisierung, was die Beschaffung von Daten aus beliebigen Quellen angeht. Dabei kann es sich sowohl um interne als auch um externe Daten handeln, wie beispielsweise aus einer Webseite auszulesende Börsendaten oder Social Media-Inhalte. Zweitens ist eine einfache Handhabung bei der Zusammenführung und Analyse von Informationen gefragt, um Daten, die aus diversen Quellen stammen, problemlos verknüpfen und gemeinsam auswerten zu können. Um die „Data Story“ dann auch angemessen zu erzählen, wird drittens nach innovativen und flexiblen Visualisierungswerkzeugen verlangt – und zwar auch jenseits der bekannten Balken- und Liniendiagramme. Viertens gibt es großen Bedarf an Sharing & Commenting-Funktionen. Dabei geht es darum, Inhalte mit internen und externen Kollegen auszutauschen und die Kommunikation über die Daten zu unterstützen. 

 

Außerdem verzeichnen wir bei pmOne einen eindeutigen Trend in Richtung Cloud-basierter Lösungen. Sie haben den Vorteil, dass sie schnell aufgebaut und an den jeweiligen Kapazitätsbedarf angepasst werden können. Im Fall von Microsoft Power BI ist eine 100 Prozent Cloud-basierte Lösung möglich und sinnvoll.

 

pmOne verfolgt einen ganzheitlichen „Managed Self Service BI“-Ansatz, der die drei Perspektiven Prozesse, Technologie und Anwender gleichwertig berücksichtigt. Wir können auf eine langjährige Erfahrung mit Power BI, ein umfassendes Trainingsprogramm und einen sehr engen Kontakt mit den Microsoft Entwicklungsteams verweisen. Kunden, die unsere auf Power BI und SharePoint aufbauende Lösung cMORE/Share im Einsatz haben, konnten mit diesen Lösungen in 2012 und 2015 den „Best Practice Award für BI“ gewinnen.

Jochen Jülke

Senior Consultant / Team Leiter

pmOne AG

Jochen Jülke ist bei der pmOne als Teamleiter für das Thema Self Service BI tätig und verfügt als Senior Consultant über langjährige Erfahrung in den Bereichen Requirements Engineering, Business Intelligence, Microsoft SQL Server und Azure Cloud Architektur.

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