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Konzernweite Verbesserung von Reporting und Analyse mit einem Enterprise Data Warehouse

Die Lösung im Überblick

Als ausbaufähige Investition in die Zukunft sieht man bei Heraeus das neu errichtete Enterprise Data Warehouse. Damit wurde eine konzernweite Standardisierung von Prozessen und Anwendungen beim Thema Business Intelligence erreicht. Was jedoch im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass individuelle Bedürfnisse hinsichtlich Berichtswesen und Analyse zu kurz kämen. Ganz im Gegenteil: Mit dieser Datenplattform gelingt es, sowohl zentralen als auch lokalen Anforderungen gerecht zu werden. Die konsistente, täglich aktualisierte Datenbasis kann von unterschiedlichen Nutzergruppen flexibel zu Berichten und Analysen aufbereitet werden. Gemäß dem „single point of truth“-Prinzip sind – unabhängig von Aggregationsstufe und Betrachtungsebene – alle Inhalte kongruent. Im Zuge der Einführung eines Business Intelligence Competence Centers (BICC) wurde zugleich die BI-Landschaft des Unternehmens organisatorisch neu geregelt. Das zentrale BICC-Team arbeitet eng mit dezentralen BI-Experten zusammen. Über diese Konstellation ist die Einbindung der Fachabteilungen gewährleistet und es gelingt, die dynamische Entwicklung der BI-Landschaft zu bewältigen.

Pluspunkte der Lösung

  • Verbesserung der konzernweiten Reporting- und analysemöglichkeiten
  • Erhöhung des Automatisierungsgrads bei der Datenbereitstellung
  • Bessere Performance im Reporting
  • Beschleunigung bei der Bereitstellung neuer Business Intelligence Anwendungen
  • Integration von heterogenen Reportinganwendungen in einer durchgängigen Benutzeroberfläche

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Zentrales Enterprise Data Warehouse für einen weltweit tätigen Konzern

Ein zentrales Enterprise Data Warehouse für einen weltweit tätigen Konzern mit über 100 Gesellschaften und unterschiedlichen Geschäftsfeldern zu errichten, bedeutet eine große Herausforderung. Dieser hat sich die Abteilung BICC bei Heraeus gestellt, die sich als zentrale Schnittstelle mit betriebswirtschaftlichen Anforderungen und deren technischer Umsetzung im Zusammenhang mit Business Intelligence befasst. Abteilungsleiter Torsten Kluin erhielt von der Geschäftsleitung den Auftrag, die zahllosen Insellösungen durch eine standardisierte Datenplattform abzulösen und einheitliche Rahmenbedingungen für das konzernweite Reporting zu schaffen. Mit dem Projekt namens HEDAW (Heraeus Enterprise Data Warehouse) sollte zugleich der hohe manuelle Aufwand reduziert werden, der bislang bei übergreifenden Auswertungen notwendig war. In einem zeitintensiven Auswahlverfahren fiel zunächst einmal die strategische Entscheidung, das Projekt mit der Business-Intelligence-Plattform von Microsoft zu realisieren.

 

Im Herbst 2009 kam dann der Kontakt mit pmOne zustande, für die sich Heraeus alsbald als Projektpartner entschied. Ein gemeinsames Projektteam beschäftigte sich zunächstdamit, wie die konzernweit einheitliche Datenplattform möglichst schnell bereit gestellt werden könne, um dann im nächsten Schritt die konkreten Anforderungen an Berichtswesen und Analyse zu bewerkstelligen.

Konzernweit gültige Konzepte und Richtlinien

Viel Energie verwendete das Team darauf, ein „sauberes“ Theoriegerüst aufzusetzen und Konzepte und Richtlinien festzulegen. Dabei ging es unter anderem um die Themen (Ausfall-)Sicherheit, Infrastruktur, Datenladeprozesse und Währungsumrechnung. „Hier haben wir die Leitplanken gesetzt für alle künftigen Anwendungen, die einer gewissen Einheitlichkeit unterworfen werden sollen, was die Bereitstellung der Daten und die Gestaltung der Berichte angeht“, fasst Torsten Kluin diese Projektphase zusammen. Zielgruppe dieser Maßnahmen ist zum einen die Entwicklung, die für die technische Umsetzung zuständig ist, aber auch der Personenkreis aus den Fachabteilungen, der sich mit der Erstellung von Berichten befasst.

 

Kopfzerbrechen bereitete dem Team bereits in der Konzeptionsphase die große Bandbreite an Geschäftsprozessen und deren spezifische Abbildung in den Quellsystemen. Das widersprach dem ursprünglichen Gedanken, möglichst mit nur einem standardisierten Template zu arbeiten und Inhalte für unterschiedliche Fachbereiche auf die gleiche Art und Weise zu extrahieren. Vom Ideal der Standardisierung musste man wegen der heterogenen Produktionsprozesse und Kundenmärkte abrücken. Um die individuellen Ergebnisbetrachtungen für die Gesellschaften abbilden zu können, mussten die Daten vielmehr über eine Art Mapping-Tabelle auf den Konzern übertragen und im System hinterlegt werden.

 

Sobald die Rahmenbedingungen fixiert waren, erfolgte die automatisierte Anbindung der ERP-Systeme (SAP) mit täglichen Datenladeprozessen, wobei mit cMORE/Connect for SAP eine voll automatisierte technische Anbindung realisiert wurde. In acht Teilprojekten wurden diejenigen Daten vorhandener Anwendungen auf die neue BI-Plattform portiert, die bereits in der Vergangenheit von den Bereichen Finanzen, Controlling, Sales, Ein- und Verkauf umfangreich für Berichte und Analysen genutzt worden waren. Nun ist es möglich, diese Altanwendungen auf der neuen Datenbasis fortzuführen und zu verfeinern. Darüber hinaus sind die Voraussetzungen geschaffen worden, um auf dem Fundament des konzernweiten Data Warehouses neue Business-Intelligence- Applikationen bauen zu können.

 

Auf die Frage nach dem zentralen Nutzen der neuen Lösung antwortet Torsten Kluin: „Wir haben die Grundlage geschaffen, um künftig sowohl zentrale Konzernanforderungen an das Berichtswesen als auch lokale, fachlich-spezifische Bedu?rfnisse abzudecken.“ Dabei basieren alle Auswertungen auf einem identischen Datenbestand, auf den in unterschiedlichen Aggregationsstufen zugegriffen werden kann. Entscheidend ist, dass die Inhalte – unabhängig von der Betrachtungsebene – letztendlich deckungsgleich sind, also einem „single point of truth“ entstammen.

Neue Einblicke für Management und Fachanwender

Beim monatlichen Managementreporting gibt es keinen Medienbruch mehr. Das bedeutet, alle aggregierten Daten oder Kennzahlen können innerhalb des Systems hergeleitet werden. Dank HEDAW erhält das Management auch einen guten Gesamtüberblick über den Konzern: Automatisiert angebunden sind diejenigen Gesellschaften, die mit SAP arbeiten – etwa 45 Tochterunternehmen an größeren Standorten, die jedoch insgesamt circa 80 Prozent des gesamten Umsatzes repräsentieren.

 

Aber auch die Fachabteilungen profitieren. Haben sie sich in der Vergangenheit oft mit kleineren Berichtsanwendungen beholfen, für die sie Daten aus SAP nach Excel oder Access heruntergeladen haben, steht ihnen nun die Plattform mit täglich aktualisierten Daten zur Verfügung. „Hier kommen jetzt Standardmechanismen zur Anwendung, was ein deutlicher Fortschritt ist“, so Kluin in Abgrenzung zu den bisher eher intransparenten Reportingprozessen. Weil das EDWH zugrunde liegt und der Datenladeprozess automatisiert vonstattengeht, sind das operative Reporting und die korrekte Erstellung von Berichten zudem unabhängiger von Einzelpersonen geworden. Nicht zu vergessen sind neue Analysemöglichkeiten und die verbesserte Aussagekraft, denn „erstmals werden Daten in Berichten miteinander in Beziehung gesetzt, die früher in verschiedenen Excel- oder Access-Anwendungen geschlummert haben“, so der BI-Experte.

 

Die Rückmeldungen der Anwender sind denn auch grundsätzlich sehr positiv, wie er zu berichten weiß. Das liegt zum einen daran, dass sich die Performance innerhalb der Berichte im Vergleich zu den Altsystemen deutlich gesteigert hat. Aber auch die Flexibilität und die Möglichkeiten, die sich mit der neuen BI-Plattform ergeben, überzeugen die Nutzer. Es seien sogar aktiv Anfragen an seine Abteilung herangetragen worden, ob selbstgebaute Anwendungen in die zentrale Lösung integriert werden können, berichtet Kluin und fügt hinzu: „Das werte ich als sehr positives Zeichen; das ist eigentlich das Beste, was passieren kann“.

Komfortabler Zugriff auf alle BI-Anwendungen

Im derzeitigen Stadium des Projekts arbeiten etwa 300 Personen mit der neuen Lösung. Wenn der Ausbau des Systems wie geplant erfolgt, wird die Zahl der Nutzer bis 2012 auf über 1.500 angewachsen sein. Inhaltlich werden gerade internationale Personalkennzahlen integriert. Auch ist Heraeus Schritt für Schritt dabei, neue Prozessbereiche wie Bestandsführung, Qualitätsmanagement, F&E sowie weitere Quellsysteme anzubinden. In einem weiteren Etappenziel wurde ein Web-basierter „single point of access“ bereitgestellt. Das bedeutet, dass über ein Web-Portal sämtliche Business-Intelligence-Anwendungen zentral angesteuert werden können. Eine eingerichtete Navigation und Suchmöglichkeiten sorgen dafür, dass Anwender mit so wenigen Klicks wie möglich zu den entsprechenden Berichten und Analysen gelangen. Auf diese Weise können Mitarbeiter auch Analysen aus anderen Bereichen einsehen, wodurch das „Knowledge Sharing“ unterstützt wird.

 

Mit diesem Ansatz werden insbesondere auch heterogene Reportinganwendungen aus Systemen wie ARIS oder SAP ERP in eine homogene Oberfläche integriert. Anwender greifen über das zentrale SharePoint-Portal auf Reports zu, die in Form von Vorschaubildern optisch ansprechend präsentiert werden. Ohne Kenntnisse u?ber die Technik im Hintergrund zu besitzen, sind sie damit in der Lage, über Stichworte oder Kategorien zu den gewünschten Reports zu navigieren. Die Lösung setzt auf der innovativen „Pivot Viewer“-Technologie von Microsoft auf, die als Bestandteil von SharePoint angeboten wird. Die darauf aufbauende Lösung für BI-Anwendungen erfreut sich bei Heraeus so hoher Benutzerakzeptanz, dass sie mittlerweile unter dem Namen „cMORE/Share“ am Markt angeboten wird.

 

Im Zuge der Standardisierung wird auch das Thema „Information Design nach Dr. Rolf Hichert“ schrittweise umgesetzt. Ziel ist es, unternehmensweit zu einer eindeutigen Sprache im Reporting zu gelangen. Dieser Prozess wird technisch vom Excel-Addin cMORE/Message unterstützt, das den Anwendern eine einfache Gestaltung von Tabellen und Grafiken nach einem zentralen Notationskonzept ermöglicht.

Kundenprofil

Heraeus ist ein weltweit tätiges Edelmetall- und Technologieunternehmen mit Sitz in Hanau bei Frankfurt und festen Wurzeln am Standort Deutschland. Das Unternehmen befindet sich seit mehr als 160 Jahren in Familienbesitz. Die Geschäftsfelder erstrecken sich über die Bereiche Edelmetalle, Materialien und Technologien, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukte sowie Dental und Pharma, Quarzglas und Speziallichtquellen. Heute verfügt Heraeus über mehr als 6000 Patente. Über 350 F&E-Mitarbeiter sorgen in 25 Entwicklungszentren weltweit für innovativen Nachschub. Im Jahr 2010 erwirtschaftete Heraeus mit über 12900 Mitarbeitern in mehr als 120 Gesellschaften einen Produktumsatz von 4,1 Mrd. Euro und einen Edelmetallhandelsumsatz von 17,9 Mrd. Euro.

Christian Fürstenberg
VP - BI & Analytics Platform
pmOne AG
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Christian Fürstenberg