Eigenkapitalvorschriften bremsen EU-Aufsichtssystem für Solvency II-Anforderungen

Die neuen Eigenkapitalregeln kommen voraussichtlich teilweise und sind der aktuelle Grund für die Aufschiebung von Solvency II. Der realistische Start von Solvency II wird mittlerweile laut BaFin-Präsidentin Elke König auf den 1. Januar 2017 datiert, deutlich später als der geplante Termin Mitte dieses Jahres.

Die neuen Eigenkapitalregeln kommen voraussichtlich teilweise und sind der aktuelle Grund für die Aufschiebung von Solvency II. Der realistische Start von Solvency II wird mittlerweile laut BaFin-Präsidentin Elke König auf den 1. Januar 2017 datiert, deutlich später als der geplante Termin Mitte dieses Jahres.

Der Grund für die erneute zeitliche Aufschiebung von Solvency II liegt in der Problematik der sehr strengen Eigenkapitalvorschriften.

Versicherungsunternehmen werden regelrecht gezwungen, je nach eingegangenen Risiken und Verpflichtungen, spürbar mehr Eigenkapital zurückzuhalten als das bisher der Fall war. Die Personenversicherer sind besonders betroffen aufgrund der in Deutschland üblichen langfristigen Zinsgarantien und der niedrigen Zinsen. Mit der vorgegeben Solvency II-Standardformel, welche aktuell vorliegt, hätte dies in der Zukunft zu größeren Problemen führen können, insbesondere im Bereich der Lebensversicherungen.

Aus diesem Grund findet das „Long-Term-Guarantee-Assessment“ (kurz LTGA) statt, um die Auswirkungen von Solvency II unter den bestehenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Versicherungsbranche einschätzen zu können. Um unerwarteten Effekten vorzubeugen, werden europaweit bei Versicherungen mit aktuellen Geschäftszahlen die Auswirkung von Solvency II mittels verschiedenen Modellkonstellationen berechnet. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen befürchten jedoch Experten, dass die Ergebnisse dieser Studie nicht den gewünschten Erwartungen entsprechen. Ende Juni 2013 sollen die Studien-Ergebnisse vorliegen und nach Plan in den Gesetzgebungsprozess mit eingegliedert werden.

Die Aufsichtsregeln für das Risikomanagement und die Pflichten der Berichterstattung für Versicherungen will die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) jedoch früher einführen, um zu verhindern, dass in einzelnen Ländern unterschiedliche Regeln gelten, die später wieder zusammengeführt werden müssen. Wie BaFin-Chefin Elke König mitteilte, müsse sich Deutschland überlegen, eine nationale Lösung mittels der Säule II (ORSA - Own Risk and Solvency Assessment) anzustreben, sollten die Aufsichtsregeln auf EU-Ebene nicht zügig genug durchgesetzt werden. Nach ORSA müssen Unternehmen bei der Ermittlung ihres Kapitalbedarfs eine mehrjährige Perspektive einnehmen und klar verdeutlichen, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen auf ihren Kapitalbedarf haben.

Deutsche Versicherungen müssen sich mit ihrer Risikotragfähigkeit intensiver auseinandersetzen, da die BaFin ab sofort regelmäßig Tests und Szenario-Analysen von ihnen verlangt, um die Auswirkungen unterschiedlicher, auch ungewöhnlicher Situationen auf die Solvabilität von Versicherern zu untersuchen.

Wolfram Wege

Head of Marketing

pmOne Group

Wolfram Wege identifiziert bei pmOne neue Märkte und sorgt für die zielgruppenspezifischen Ansprache von potentiellen Kunden rund um das gesamte Leistungsspektrum. Zuvor hat er sich bei einem IBM-Businesspartner an der Schnittstelle zwischen Marketing und Vertrieb im Business-Intelligence- und Big Data-Sektor einen wertvollen Erfahrungsschatz aufgebaut. Als Marketingleiter profitiert er zudem von seinen Tätigkeiten bei namhaften Unternehmen wie Adidas, Coca-Cola, Deutsche Bank und Siemens. Hier hat er sich sowohl auf Agentur- als auch auf Auftraggeberseite fundiertes Know-how in der Kundenkommunikation angeeignet. Wolfram arbeitet ebenso leidenschaftlich wie fokussiert am Profil und der Außenwirkung vom pmOne, getreu dem Motto: Data driven. People minded.

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