Einblicke in die Arbeitswoche eines Beraters

Was macht eigentlich ein Consultant? Wie sieht der Arbeitsalltag beim Kunden aus? Wir haben Julian Bunk, Werkstudent bei der pmOne AG, während seines Praxissemesters im Consulting gebeten, eine Woche seines Arbeitsalltags zu dokumentieren und uns die verschiedenen Facetten des Beratungsgeschäfts näher zu bringen. Im Einsatz bei einem Großkonzern, den pmOne beim Aufbau einer konzernweiten Planungslösung unterstützt, hat er die wichtigsten Stationen seiner Arbeitswoche zusammengefasst.

Montag

Aufgrund der großen Entfernung zu meinem Einsatzort beginnt für mich der Start in die Woche bereits um 4.30 Uhr am Morgen. Bahn und Flieger sind pünktlich, so dass ich gegen 8.30 Uhr und damit rechtzeitig zum allgemeinen Arbeitsbeginn am Unternehmensstandort eintreffe. Nach kurzer Kaffeepause geht es dann auch schon mit dem ersten Meeting der Woche los. Der Kunde wünscht sich, dass für eine Abteilung das bisher verwendete, verteilte Datenbanksystem auf Microsoft SharePoint-Technologie umgestellt wird. Ziel ist es, Zusammenarbeit und digitale Datenablage zu erleichtern und den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, Daten schneller zu erfassen und zu dokumentieren – möglichst benutzerfreundlich und unter Beibehaltung der gewohnten Struktur. Dafür ist eine Datenmigration notwendig. Die Benutzerdaten sollen mittels eines Business Application Framework (.NET-basiert) automatisch synchronisiert und analysiert werden. Mit der Überwachung dieser Synchronisierung sowie der Designgestaltung der neuen Plattform bin ich mit meinen Kollegen bis zum Abend beschäftigt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag geht es mit der S-Bahn noch kurz zu einem Schnellimbiss und anschließend ins Hotel. Durch den frühen Start am Morgen lasse ich den Abend nicht allzu spät und ruhig ausklingen.

Dienstag

Nach dem Aufstehen und einem ausgiebigen Frühstück geht es wieder mit der S-Bahn zum Kunden. Zunächst wird die nächtliche Synchronisation der Daten zwischen den beiden Systemen überprüft. Nach einigen Feinabstimmungen vom Vortag war der Vorgang erfolgreich. Nun können wir damit beginnen, die Daten und die Designgestaltung, die sich nach der vorgegebenen Navigationsstruktur richtet, in SharePoint einzubinden. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Kollegen sowie Mitarbeitern des Kunden startet ein Workshop mit den Abteilungsleitern. Um eine genaue Ordnerstruktur zu definieren, sollen zunächst mehrere Entwürfe ausgearbeitet werden. Dabei gilt es insbesondere Sicherheitsaspekte und Zugriffsrechte der Benutzer und Gruppen zu beachten. Mit dem Festlegen dieser Benutzerberechtigungen im Administrationsbereich von Microsoft SharePoint bin ich bis abends beschäftigt. Nach Feierabend gehe ich mit Kollegen noch eine Kleinigkeit essen und anschließend wieder zurück ins Hotel.

Mittwoch

Der Mittwoch beginnt mit einem kleinen Negativ-Erlebnis. Bei der Synchronisierung der restlichen Daten über Nacht ist ein Fehler aufgetreten. Wichtige Komponenten des bestehenden Systems konnten nicht auf das neue Datenbanksystem übertragen werden. Nach einem kurzfritig anberaumten Workshop mit den zuständigen Abteilungsleitern des Kunden konnte eine für alle tragfähige Lösung gefunden werden. ein MDM-Import (Master Data Management) für die noch anstehende Migration von Unterordnern und den zugehörigen Dateien soll das Problem beseitigen. Die Stammdaten aller Abteilungen werden nach und nach von der alten Datenbank in die neue Zieldatenbank überführt. Zudem werden die übertragenen Dateien und Ordner in SharePoint verschlagwortet, was den Anwendern die Suche nach bestimmten Kriterien erleichtert. Nach getaner Arbeit geht es noch zum Joggen, ehe ich den Abend an einer Bar mit Fußballübertragung ausklingen lasse.

Donnerstag

Heute steht wieder ein Workshop mit dem Kunden auf dem Programm. Es geht um die Vererbung von Zugriffsberechtigungen, Benutzerrollen und deren Verantwortlichkeiten. Dabei werden auch Szenarien für bestimmte Workflows festgelegt, wie beispielsweise Anfragen nach einer Zugriffsberechtigung. Nach einem standardisierten Arbeitsablauf sendet der jeweilige Mitarbeiter eine E-Mail über SharePoint an den Bereichsadministrator, der daraufhin entscheidet, ob der Zugriff gestattet oder verweigert wird. Gut für uns, dass über die Stammdatenverwaltung im Master Data Management bestimmte Zugriffsberechtigungen bereits beim Import des Altsystems ins Zielsystem übernommen werden. In einem abschließenden Webmeeting mit den beteiligten Projektmitarbeitern wird nun noch die ToDo-Liste für die kommende Woche festgelegt. Danach muss ich mich beeilen – die S-Bahn zum Flughafen wartet nicht. Um kurz vor halb acht startet mein Flieger. Nach einem anspruchsvollen Arbeitstag erreiche ich gegen zehn Uhr abends mein Zuhause.

Freitag

Dieser Tag beginnt im Stehcafé am Bahnhof, wo ich einen guten Freund treffe. Nach Kaffee und einem kleinen Snack steht der Freitag – wie fast immer – ganz im Zeichen von administrativen Tätigkeiten im Büro. Dazu gehört auch der Erfahrungsaustausch mit den Kollegen. Aufgrund der langen Arbeitstage unter der Woche im Projekt starte ich schon am frühen Nachmittag in das wohl verdiente Wochenende. Jetzt heißt es Kraft tanken für die kommende Woche, die bestimmt wieder viele Herausforderungen und neue Erfahrungen für mich bereithält!