Europäische Union schiebt Solvency II-Anforderungen für Versicherungen vor sich her

Es wird derzeit in der EU diskutiert, ob die Anforderungen für Solvency II erneut verschoben werden, da der ursprüngliche Termin zur Einführung des neuen EU-Aufsichtssystems nicht gehalten werden kann. Als neue Termine stehen entweder der 1.1.2015 oder 1.1.2016 zur Debatte. Ursprünglich geplant war, Mitte 2013 zu starten und zum 1.1.2014 Solvency II final auszurollen.

Der Grund für die zeitliche Aufschiebung ist das niedrige Zinsniveau in Europa. Aus diesem Anlass soll der „Long-Term-Guarantee-Assessment“ (LTGA) von der EIOPA bis Mitte Mai 2013 durchgeführt werden, um die Auswirkungen von Solvency II unter den vorliegenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gezielter einschätzen zu können. Die vorliegenden Ergebnisse werden in Stufe 1 nach dem Lamfalussy-Verfahren berücksichtigt und beeinflussen somit den Prozess in Stufe 2 über die Durchführungsrichtlinien und die technischen Einzelheiten. Bei der Durchführung von LTGA werden verstärkt die Standardformel sowie die Kapitalanforderungen getestet. Es kursiert das Gerücht, dass die neuen EU-Eigenkapitalregeln für Versicherungen erst 2016 gesetzlich verankert werden. Laut Europäischer Union soll es Vorschläge aus den Reihen geben, Solvency II aus diesem Grund schrittweise einzuführen. Die Experten weisen darauf hin, dass eine schnelle Einführung von Governance-Vorschriften (Säule 2) und Veröffentlichungsvorschriften (Säule 3) problematisch sein kann.

Soviel ist sicher – die technische Umstellung auf Solvency II mit den laufenden Änderungen wird für die jeweiligen Projektleiter und einbezogenen Personen eine große Herausforderung werden, welche dem einen oder anderen Vorgesetzen nicht bewusst ist. Strategischer Projektplan, Pflichtenheft und sehr gute Kommunikation untereinander sind zwingend notwendig, um die Umstellung einwandfrei zu realisieren.

Wir werden in naher Zukunft sehen, wann Solvency II endgültig verabschiedet wird und welchen neuen Wind es in die Versicherungsbranche bringt. Eins steht bereits heute fest: Eine europaweite Standardisierung für Versicherungsunternehmen wird kommen – die Frage ist nur wann.

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Wolfram Wege

Head of Marketing

pmOne Group

Wolfram Wege identifiziert bei pmOne neue Märkte und sorgt für die zielgruppenspezifischen Ansprache von potentiellen Kunden rund um das gesamte Leistungsspektrum. Zuvor hat er sich bei einem IBM-Businesspartner an der Schnittstelle zwischen Marketing und Vertrieb im Business-Intelligence- und Big Data-Sektor einen wertvollen Erfahrungsschatz aufgebaut. Als Marketingleiter profitiert er zudem von seinen Tätigkeiten bei namhaften Unternehmen wie Adidas, Coca-Cola, Deutsche Bank und Siemens. Hier hat er sich sowohl auf Agentur- als auch auf Auftraggeberseite fundiertes Know-how in der Kundenkommunikation angeeignet. Wolfram arbeitet ebenso leidenschaftlich wie fokussiert am Profil und der Außenwirkung vom pmOne, getreu dem Motto: Data driven. People minded.

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