Gute Berichterstattung für Unternehmen

Im Oktober ist wieder die Studie „Best Practice Reporting Austria“ (BPRA) erschienen, die eine Vielzahl von Expertenmeinungen zusammenbringt und viele Hinweise auf gute Unternehmensberichterstattung liefert. Als Nachschlagewerk angekündigt, liefert die Studie auch viel Inspiration, das eigene externe Berichtswesen zu verbessern. Erfreulich: Die Studie steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

Die Studie „Best Practice Reporting Austria“ (BPRA) wird seit einigen Jahren von der Mensalia Unternehmensberatung erstellt und herausgegeben. Auch wenn die Studie bescheiden als „ein Nachschlagewerk für Finanzmanager, Investor-Relations- und Kommunikationsverantwortliche, die einen Geschäfts- oder Nachhaltigkeitsbericht publizieren“, angekündigt ist, so liefert sie viel Inspiration, das eigene externe Reporting zu verbessern.

Auch für Nicht-Österreicher ist BPRA sicher von Interesse, denn die Herausforderungen bei der Unternehmensberichterstattung werden sich, nicht zuletzt vor dem Hintergrund globaler Kapitalmärkte, von Land zu Land kaum unterscheiden. Drei Aspekte aus dem BPRA sollen hier kurz hervorgehoben werden.

Geschäftsberichte sind weiter zeitgemäß

„Geschäftsberichte spielen auch im Zeitalter von Web 2.0 eine gewichtige Rolle als Informationsquelle. Es stellt sich daher nicht die Frage nach dem ,Warum‘, sondern nach dem ,Wie‘. Formal wie inhaltlich.“ So formuliert es Dr. Johannes Schmidt-Schultes, CFO der Semperit AG Holding, in der Studie BRPA. Aber er weist auch darauf hin, dass für den „Erfolg“ eines Geschäftsberichtes eine fortlaufende Kommunikation mit allen Zielgruppen und Stakeholdern notwendig ist, um deren unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen zu berücksichtigen.

„Comeback“ der Fakten

„Vor der Krise haben manche Berichte fast schon ausgesehen wie Magazine mit Inseraten, jetzt stehen die Fakten stärker im Vordergrund. Der Geschäftsbericht ist aber natürlich eine Visitenkarte – und es ist nicht so, dass darin gar keine Bilder enthalten sein sollen.“ Das meint Mag. Friedrich Mostböck, Head of Group Research bei der Erste Group Bank AG. Die Frage, wie die vorgeschriebenen Informationen aufbereitet und die aus Unternehmenssicht relevanten Fakten aufbereitet werden können, zieht sich wie ein roter Faden durch BPRA. Allein zehn Seiten nimmt die Darstellung der Kriterien ein, nach denen die 30 Experten Geschäftsberichte beurteilt haben.

 

Unverständliche Tabellen und Infografiken

„Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte schwächeln bei der Darstellung von Tabellen und Infografiken“, heißt es in der Studie BPRA. „Die Kernbotschaft des Unternehmens bleibt oft unverstanden.“

Prof. Christoph Eisl von der FH Oberösterreich weist in der Studie BPRA darauf hin, dass „der durchschnittli-che Umfang eines Geschäftsberichts […] in Österreich 165 Seiten [beträgt], davon sind auf 58 Seiten grafische Elemente zu finden. 20 Prozent der Gesamtfläche des Berichts sind mit Tabellen bestückt, nur 2 Prozent mit Infografiken.“

Und der Controlling-Professor wundert sich, dass im deutschsprachigen Raum den Tabellen und Infografiken immer noch zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Er empfiehlt Unternehmen, „als ersten Schritt die Informationsvisualisierung zu verstärken und dabei die von uns entwickelten Grundsätze wahrnehmungsoptimierten Reporting Designs zu beachten.“

Für die Messung, ob Reporting Design erfolgreich ist, also die Kernbotschaft verstanden wird, setzt das Forschungsteam rund um Prof. Eisl auf Eye Tracking. Auch wenn diese Methode aus dem Marketing komme, sei sie sehr wohl geeignet, um die Aufnahme von Infografiken und Tabellen empirisch zu untersuchen und zu verbessern. „Im externen Berichtswesen wird Eye Tracking meines Wissens noch nicht angewendet, es wäre aber ein enormer Fortschritt“, meint Prof. Christoph Eisl.


Die Studie „Best Practice Reporting Austria“ (BPRA) steht unter folgendem Link kostenlos zum Download zur Verfügung: http://www.best-practice-reporting.at/jart/prj3/brpa_mensalia/main.jart?rel=de&content-id=1426525625169&reserve-mode=active Eine Registrierung ist nicht notwendig – einfach auf das Coverbild links klicken.