Information Design aus Hamburg – Modernes Reporting ist visuell

Ein Reporting und Information Design Event, ausgerichtet von reportingimpulse, inspirierte Tim Sonnenberg zu seinem ersten Blog-Beitrag. Der pmOne-Consultant für Information Design & Reporting fasst darin die Inhalte des Events zusammen und erklärt, warum es sich bei dem Thema Datenvisualisierung um ein Dauerbrenner-Thema der Business Intelligence handelt.

Ein Reporting und Information Design Event, ausgerichtet von reportingimpulse, inspirierte Tim Sonnenberg zu seinem ersten Blog-Beitrag. Der pmOne-Consultant für Information Design & Reporting fasst darin die Inhalte des Events zusammen und erklärt, warum es sich bei dem Thema Datenvisualisierung um ein Dauerbrenner-Thema der Business Intelligence handelt.

 

Am Abend des 27. November 2014 haben sich knapp 40 Teilnehmer im betahaus Hamburg eingefunden, um sich mit dem Thema Information Design auseinanderzusetzen. Andreas Wiener und Kai-Uwe Stahl, das Team von reportingimpulse und anerkannte Experten auf dem Gebiet der Datenvisualisierung, haben sich in zwei kurzweiligen Vorträgen damit auseinandergesetzt, wie Entscheider ihr Unternehmensreporting nachhaltig verbessern können. Gekonnt souverän unterhielten die beiden Redner das Publikum und konnten den Zuhörern auf sehr anschauliche Weise die Grundregeln guten Information Designs vermitteln.

 

Ist Information Design ein alter Hut? – Hichert, kennt doch jeder!

Die Frage, ob Information Design heute noch relevant ist, stellt sich eigentlich nicht. Die Datenmengen im Unternehmen wachsen exponentiell an, und somit gewinnt auch deren visuelle Darstellung an Relevanz. Wir sind vielmehr an einem Punkt angekommen, an dem sich die Visualisierung von Massendaten als zwingend notwendig offenbart. An dieser Stelle möchte ich kurz die Aufteilung nach Information Design, Visual Business Intelligence und Visual Analytics, wie im Vortrag von Andreas Wiener dargestellt, aufgreifen:

 

Quelle: Visual Business Analytics – Effektiver Zugang zu Daten und Informationen, S. 4

 

 

Im klassischen Information Design liegen zum größten Teil statische, strukturierte Daten auf einer hochaggregierten Ebene vor, die für das Managementreporting oder für Präsentationen aufbereitet werden. Hier stehen vor allem die Lesbarkeit sowie das Verständnis für die Visualisierung und die Daten im Vordergrund.

Der Bereich Visual Business Intelligence fokussiert eine andere Zielgruppe und ist eher den klassischen, dynamisch anpassbaren BI-Systemen zuzuordnen. Der Schwerpunkt bei Visual Business Intelligence liegt verstärkt auf der Datenvisualisierung.

Im Bereich Visual Analytics wird ein Ausblick auf die Zukunft der Visualisierung gegeben. Es geht hier vor allem um die Aufbereitung von Big Data und die Darstellung dieser Datenmengen. Dabei können die Daten aus den verschiedensten Quellsystemen generiert werden und liegen in einer unstrukturierten Form vor. Dieser Bereich wird in den nächsten Jahren große Beachtung finden und aus seiner bislang stark wissenschaftlich geprägten Nische heraustreten.

Visuell klar strukturierte und verständliche Diagramme oder Tabellen entsprechen vielerorts jedoch noch nicht dem Standard. Auch wenn häufig ein Notationskonzept vorhanden ist, wurde dieses oft „aus der Not geboren“ und wird selten den Regeln guten Information Designs gerecht.

Die Realität sieht so aus, dass viele Unternehmen beim Thema Information Design ganz am Anfang stehen. Sie dort abzuholen, ist Aufgabe der Experten und Berater. Die eingangs gestellte Frage „Ist Information Design ein alter Hut?“ lässt sich dementsprechend mit einem klaren „Nein“ beantworten. Vielmehr geht die Schere zwischen dem Ist-Zustand in den Unternehmen und den Anforderungen, die auch im Zuge von Big Data aufkommen werden, immer weiter auseinander. Während sich Wissenschaft und Forschung mit der Visualisierung von Massendaten auseinandersetzen, mangelt es in der Praxis häufig an Konzepten für das Standardreporting.

Die immer stärker werdende Verzahnung von Big Data und einer Information Design-gerechten Darstellung ist ein Trend und war auch Thema beim diesjährigen BARC BI-Kongress. Auch dort wurde bestätigt, dass die verständliche und verdichtete Darstellung von Massendaten in Zukunft einen hohen Stellenwert in der BI-Landschaft einnehmen wird.

Dass ich der Zukunft von Information Design äußerst positiv entgegensehe, hat auch mit dem Publikumserlebnis an diesem Abend in Hamburg zu tun. Die Themen Hichert, International Business Communication Standards (IBCS), gute Visualisierung, Information Design und ein klar strukturiertes Managementreporting beschäftigen die Unternehmen und die dort arbeitenden Menschen. Das Thema wird sich vielleicht in Zukunft verändern, jedoch nicht an Relevanz verlieren.

 

Kann mein BI-Dienstleister das auch?

Im zweiten Vortrag von Kai-Uwe Stahl ging es insbesondere darum, wie Reportingstandards in Unternehmen eingeführt werden können und wie die BI Dienstleister hierbei unterstützen können. Die positive Nachricht: Jeder Hersteller weiß mittlerweile, wie gutes Information Design auszusehen hat und wendet diese Standards, zumindest intern, vielfach an. Allerdings scheint es noch nicht im Marketing angekommen zu sein. Sucht man bei Google nach „Dashboards“, werden folgende Beispiele angezeigt:

 

Quelle: www.google.de, Stichwort: „Dashboards“

 

Das Suchergebnis zeigt keine historischen Dashboards, sondern aktuelle Beispielberichte. Auch die Referenten wussten keine Antwort darauf, warum Information Design noch keinen Einzug in die Marketingabteilungen großer BI-Hersteller gefunden hat.

Nicht zuletzt aus den Gesprächen mit den Teilnehmern war heraushören, dass die kleineren Software-Hersteller hier die Nase vorn haben. Sie sind offensichtlich eher in der Lage, den Wunsch der Fachabteilungen zu erfüllen, eigenständig Grafiken und Dashboards nach den Standards für gutes Information Design erstellen zu können. Auch pmOne geht hier mit cMORE als gutes Beispiel voran.

 



Quelle: cMORE Message – Grafiken basieren auf original Excel-Charts und folgen einer hinterlegten Notation.

 

Das Prinzip des Self-Service BI ist aus Anbietersicht eng mit der Aufgabe verbunden, Benutzer in die Lage zu versetzen, gutes Information Design anzuwenden und mit wenig Aufwand aussagekräftige Visualisierungen und Dashboards erstellen zu können. Das sollte weiterhin zentrales Ziel der BI-Anbieter sein, dem die großen Player zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nur bedingt gerecht werden.

Information Design wird mitsamt seinen verschiedenen Ausprägungen in den nächsten Jahren ein Trendthema bleiben. Selbst wenn Big Data oder Predictive Analytics in Zukunft größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden, verliert die klassische Information Design-Beratung für Standard- oder Ad-hoc-Reporting dadurch nicht an Relevanz.