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Microsoft Fabric (Teil 2|2): So ändern sich Rollen, Governance und Betrieb der Analytics-Landschaft

Überblick, wie sich mit Microsoft Fabric Zusammenarbeit, Governance und Betrieb in Analytics verändern.

FAQ und was Sie in diesem Beitrag erwartet

Warum Plattformen klassische Analytics-Stacks ablösen

Self-Service basiert nicht mehr auf eigenen Daten und Modellen, sondern auf zentral definierten Strukturen. Fachbereiche nutzen geprüfte Modelle, was Konsistenz erhöht und Aufwände reduziert.

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Governance wird Teil der Architektur und nicht mehr nachträglich umgesetzt. Zugriffe, Definitionen und Verantwortlichkeiten lassen sich zentral steuern. Gleichzeitig arbeiten Data Engineering, Data Science und BI auf derselben Datenbasis, wodurch Übergaben einfacher und Abstimmungen reduziert werden.

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Unternehmen starten meist mit klar abgegrenzten Anwendungsfällen statt einer vollständigen Transformation. Im Fokus stehen stabile Datenprozesse und konsistente Modelle, die schrittweise erweitert werden. Entscheidend ist ein tragfähiges Betriebsmodell, das Technik und Organisation zusammenführt.

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KI wird nicht als separates System integriert, sondern arbeitet innerhalb derselben Daten- und Governance-Struktur wie Analytics. Dadurch basieren Analysen und Automatisierung auf konsistenten Definitionen. Der Nutzen entsteht vor allem durch schnellere Iterationen und besseren Zugang zu Erkenntnissen.

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Datenpipelines, Modelle und Kapazitäten verändern sich kontinuierlich. Ohne klare Zuständigkeiten und Monitoring entstehen schnell Instabilitäten. Entscheidend ist daher, den Betrieb aktiv zu organisieren und dauerhaft zu steuern.

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Im ersten Teil dieser Blogreihe wurde deutlich, warum viele gewachsene Analytics-Landschaften an ihre Grenzen stoßen: zu viele Systeme, zu viele Brüche, zu wenig gemeinsame Logik. Microsoft Fabric hingegen bündelt Daten, Semantik, Governance und Compute auf einer Plattform. Dies hat unmittelbare Folgen für die Organisation, denn durch die gemeinsame Datengrundlage verändern sich auch Rollen, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen.

Technologie als Change-Treiber der Organisation

In klassischen Analytics-Setups sind Rollen meist klar getrennt: Die IT betreibt Systeme, Analytics-Teams liefern Auswertungen und Fachbereiche konsumieren Ergebnisse. Mit einem Plattformansatz wie Microsoft Fabric verschiebt sich dieses Modell. Fachbereiche arbeiten aktiver mit Daten, greifen jedoch auf zentrale Modelle und definierte Logiken zu. Analytics-Teams konzentrieren sich hingegen stärker auf Modellierung, Qualität und Standards. Die IT wiederum verlagert ihren Fokus vom reinen Betrieb hin zur Steuerung von Plattform, Governance und Kosten.

Self-Service neu gedacht

In vielen Organisationen bedeutete Self-Service bisher, dass Fachbereiche eigene Daten extrahieren, eigene Modelle bauen und eigene Reports erstellen. Das erhöht zwar die Geschwindigkeit, führt aber häufig zu inkonsistenten Ergebnissen. Im Plattformmodell arbeiten  Fachbereiche nicht mehr auf isolierten Datenbeständen, sondern auf zentral definierten, geprüften Modellen. Das reduziert den Abstimmungsaufwand und erhöht zugleich die Nachvollziehbarkeit. Dies führt zu zwei gegenläufigen Entwicklungen: Self-Service wird damit weniger individuell, aber auch deutlich zuverlässiger. Anders gesagt: Die Verantwortung wird breiter verteilt, bleibt jedoch systematisch gerahmt.

KI Einsatz laut BARC

Abbildung 1: Gemeinsame Daten- und Semantikschicht als Grundlage für Self-Service, Copilot und KI-gestützte Analysen

Governance by Design

Governance war in vielen Analytics-Landschaften lange eher ein nachgelagerter Prozess, das heißt, Regeln wurden oft erst dann eingeführt, wenn Probleme konkret sichtbar wurden. Mit integrierten Plattformen wird Governance Teil der Architektur. Zugriffe, Definitionen und Verantwortlichkeiten lassen sich also zentral festlegen und konsistent umsetzen. Der Fokus verlagert sich von der Kontrolle einzelner Reports hin zur Steuerung der gemeinsamen Grundlage. Fachbereiche erhalten dadurch mehr Orientierung, während IT und Analytics von höherer Konsistenz profitieren. Gleichzeitig bleibt ein Punkt entscheidend: Technologie kann Governance unterstützen, ersetzt aber keine klaren Verantwortlichkeiten.

Neue Zusammenarbeit statt neuer Silos

Ein weiterer Effekt zeigt sich in der Zusammenarbeit zwischen Data Engineering, Data Science und BI. In klassischen Architekturen verlaufen diese Disziplinen häufig entlang technischer Systemgrenzen. Daten müssen übergeben, transformiert und in unterschiedlichen Umgebungen erneut aufbereitet werden. Plattformansätze reduzieren diese Brüche, indem unterschiedliche Workloads auf derselben Datenbasis und innerhalb desselben Kontexts arbeiten. Data Engineers, Analyst:innen und Data Scientists bleiben spezialisiert, greifen jedoch auf abgestimmte Strukturen zurück. Das zeigt Wirkung: Übergaben werden einfacher, bestehende Logiken lassen sich wiederverwenden und der Abstimmungsaufwand sinkt.

Steuerbarkeit für IT und Management

Mit wachsender Nutzung von Analytics und KI wird die Steuerbarkeit ein zentrales Thema. In fragmentierten Landschaften fehlt oft der Überblick, weil Tools, Kostenmodelle und Zuständigkeiten auseinanderlaufen. Plattformansätze wie Microsoft Fabric schaffen hier eine konsolidierte Sicht auf Nutzung, Auslastung und Kosten. IT und Management erkennen besser, wie sich Workloads entwickeln und welche Auswirkungen neue Anforderungen haben. Auch Sicherheit und Compliance lassen sich konsistenter umsetzen: Wenn Daten, Nutzung und Governance auf einer gemeinsamen Plattform zusammenlaufen, werden Zugriffe, Richtlinien und Nachvollziehbarkeit überschaubarer. Audits bleiben aufwendig, sind aber besser beherrschbar.

Auch rund um die Skalierung zeigt sich ein Vorteil: Neue Nutzer und Use Cases bauen auf bestehenden Strukturen auf, statt ständig neue Silos zu erzeugen. Wachstum lässt sich dadurch kontrollierter gestalten und führt nicht unweigerlich zu mehr Komplexität.

CPM Reifegradmodell

Abbildung 2: Fabric bietet ein kapazitätsbasiertes Compute-Modell entlang aller Analytics-Workloads (Quelle Microsoft)

Was das in der Praxis bedeutet

In der praktischen Umsetzung starten Unternehmen selten mit einer vollständigen Transformation, sondern mit klar abgegrenzten Anwendungsfällen. Ziel ist es, zunächst stabile Datenprozesse und konsistente Modelle zu etablieren und darauf aufbauend weitere Use Cases zu integrieren. Der Mehrwert entsteht also weniger durch maximale Funktionsnutzung, sondern durch ein tragfähiges Betriebsmodell. Typische Effekte sind beispielsweise stabilere Reporting-Prozesse, konsistentere Kennzahlen, geringerer Abstimmungsaufwand und eine bessere Erweiterbarkeit neuer Anforderungen. Entscheidend ist, dass technische und organisatorische Fragen zusammen gedacht werden, denn Plattformen entfalten ihren Nutzen nicht isoliert, sondern vor allem im Zusammenspiel mit klaren Rollen, definierten Standards und abgestimmter Zusammenarbeit.

CPM Reifegradmodell

Abbildung 3: Typische Erfolgsfaktoren bei produktiven Fabric-Einführungen

KI als Teil des Systems, nicht als Add-on

Auch beim Thema KI wird der Unterschied zwischen Tool- und Plattformansatz deutlich sichtbar. In klassischen Architekturen wird KI häufig als zusätzliches System integriert. Im Plattformmodell arbeitet sie innerhalb desselben Daten- und Governance-Rahmens wie Analytics und Reporting. Das stellt sicher, dass Analysen, Prognosen und automatisierte Auswertungen auf denselben Definitionen basieren. Hier geht es weniger um eine vollständige Automatisierung, sondern darum, schnellere Iterationen und bessere Zugänglichkeit von Analysen zu ermöglichen. Gleichzeitig gilt eine einfache Regel: KI verstärkt vorhandene Strukturen. Wenn Daten konsistent und Modelle sauber definiert sind, steigt der Mehrwert – andernfalls werden bestehende Inkonsistenzen lediglich verstärkt.

CPM Reifegradmodell

Abbildung 4: Einsatzmöglichkeiten von Copilot in Fabric (Quelle: Microsoft)

Der unterschätzte Faktor: Betrieb

Ein Punkt bleibt bei der Betrachtung von Analytics-Landschaften häufig unterbelichtet: der laufende Betrieb. Datenpipelines, Modelle und Kapazitäten verändern sich kontinuierlich, das heißt, ohne klare Zuständigkeiten und Monitoring entstehen schleichend Instabilitäten. Hier setzen beispielsweise Managed-Services-Ansätze an, die Betrieb, Kostenkontrolle und Datenqualität kontinuierlich überwachen. Entscheidend ist jedoch weniger das Modell als die Einsicht, dass Stabilität aktiv organisiert werden muss.

Fazit: Plattform heißt auch Veränderung der Organisation

Microsoft Fabric verändert also nicht nur die Architektur, sondern auch die Organisation von Analytics – mit unterschiedlichen Auswirkungen: Da Daten, Modelle und Governance auf einer gemeinsamen Grundlage aufsetzen, werden technische Brüche reduziert und Self-Service, Governance sowie KI-Anwendungen konsistenter nutzbar. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an klare Rollen und abgestimmte Zusammenarbeit. Man könnte auch sagen: Plattformen vereinfachen vieles, ersetzen aber kein funktionierendes Betriebsmodell.

Der eigentliche Nutzen entsteht erst dort, wo Daten sauber definiert sind und Organisationen klare Regeln setzen. Ob daraus tatsächlich bessere Entscheidungen folgen, hängt davon ab, wie konsequent diese Grundlage genutzt wird.

Sie wollen direkt herausfinden, ob der Einsatz von Microsoft Fabric in Ihrem Unternehmen grundsätzlich sinnvoll ist? Hier geht es zu unserer Checkliste: https://www.pmone.com/wissen/whitepaper/checkliste-microsoft-fabric/

Alexander Mauch

Director Data & Analytics Consulting

Alexander Mauch

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