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Green Controlling (Teil 1/8) – Nachhaltigkeit als Business Case in Unternehmen

08.05.2023 | Harald Lakatha, Heimo Teubenbacher

Kunden werden umweltbewusster, der Kapitalmarkt bewertet nachhaltige Unternehmen besser und die regulatorischen Anforderungen steigen: Kein Unternehmen kommt heute am Thema Nachhaltigkeit vorbei. Unsere 8-teilige Serie zum Thema „Green Controlling“ führt Sie durch das Warum und Wie einer nachhaltigen Unternehmenssteuerung. Mehr dazu findet sich im Whitepaper „ ESG-Reifegradmodell – Vier Stufen für „Green Controlling“ im Unternehmen.  Teil 1 unserer Serie erklärt die grundlegenden Vorgaben zur Nachhaltigkeit für Unternehmen und wie – abhängig von der individuellen Nachhaltigkeitsstrategie – aus der Pflicht eine Kür, also aus den Nachhaltigkeits-Vorgaben ein „Business Case“ wird.

Chancen und (technologische) Herausforderungen

„Green Deal“ – das ist die Strategie der Europäischen Union, Europa bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Das Ziel ist es, Wirtschaftswachstum und Umweltschutz miteinander zu verbinden, um eine nachhaltigere und klimafreundlichere Zukunft für Europa zu schaffen.

Im ersten Schritt sollen Unternehmen durch erweiterte Berichte transparent machen, wie sie Nachhaltigkeit wirtschafltich umsetzen. Dies mag auf den ersten Blick als eine neue Bürde erscheinen. Bei näherem Hinsehen erweisen sich die Berichtspflichten aber als Vorteil für jene Unternehmen, die schon heute nachhaltig agieren. Denn so werden ihre Bemühungen in einer einheitlichen und nachvollziehbaren Form transparent. Mit etwas Geschick ergeben sich daraus ein strategischer Vorteil am Kapitalmarkt oder beim Wettbewerb um Kunden erzielen.

 

Die regulatorischen Anforderungen

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie die EU-Taxonomie erweitern bestehende Regeln zur nicht-finanziellen Berichterstattung deutlich (Abb. 1).

Blog Sustainability Teil 1

Diese Vorschriften sind eingebettet in die international gestarteten Aktivitäten für die Entwicklung eines „nachhaltigen“ Wirtschaftssystems über die UNO Agenda 2030 und spiegeln sich auch in anderen Frameworks wider, etwa in der Global Reporting Initiative (GRI) oder den vom Sustainable Accounting Standards Board (SASB) ausgearbeiteten Regelungen als Ergänzung zu den International Financial Reporting Standards (IFRS). Hierbei sind zwei Aspekte im Fokus: Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit herzustellen.

Die CSRD und EU-Taxonomie fordern beispielsweise einen umfassenden Kriterienkatalog zur Beurteilung von „nachhaltigem Wirtschaften“. Dabei geht es im Wesentlichen um die drei ESG-Themenbereichen: Environment, Social und Governance, mit entsprechenden Umweltzielen, Maßnahmen zur Vermeidung von Klimarisiken und der Einhaltung sozialer Mindeststandards.

Welche Chancen und welcher Nutzen lassen sich nun aus den neuen Berichtspflichten lukrieren?

Die richtige Perspektive für Nachhaltigkeit im Unternehmen

Wir raten dazu, den Fokus und den Zeithorizont des Themas zu erweitern, um aus der Herausforderung einen echten Business Case zu machen. Denn die Qualität des Reportings beim Thema Nachhaltigkeit beeinflusst die Performance eines Unternehmens sowohl negativ als auch positiv. Viele wichtige Stakeholder interessieren sich derzeit für Informationen über Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungspraktiken. Erscheinen diese Praktiken intransparent oder ungenügend, schwindet das Vertrauen – dies ist ein zusätzliches Risiko für den Ruf des Unternehmens durch negative Berichterstattung. Vermittelt das Unternehmen hingegen ein positives Bild, dann eröffnen sich neue Chancen.

Kapitalgeber und (zukünftige) KundInnen/MitarbeiterInnen überzeugen

Vor allem im Bereich von Kapitalgebern und Anlegern nehmen ESG-Kriterien bei der Bewertung einen hohen Stellenwert ein. Wird positiv über die Praktiken zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Unternehmen berichtet, steigt nicht nur das Ansehen dieses Unternehmens: auch die Gewinnung von Investoren und die Steigerung des Unternehmenswerts sind daran gekoppelt. Zudem werden beispielsweise institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften zukünftig nur noch in Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftspraktiken investieren.

Nachhaltigkeit ist außerdem für eine Zielgruppe besonders interessant, an der in Zukunft kein Unternehmen mehr vorbeikommt: Die Generation Z. Laut der Studie „Junge Deutsche“ stehen hier an erster Stelle Werte wie Gesundheit, Freiheit, Freundschaft, Gerechtigkeit, Familie. Auch wenn es um Ernährung und Mobilität geht, legt die „Gen Z“ völlig andere Maßstäbe an. Unternehmen tun gut daran, die Anforderungen dieser Zielgruppe im Blick zu behalten: sie wird bald ein Drittel der zukünftigen KundInnen und MitarbeiterInnen darstellen.

Generell gilt: MitarbeiterInnen haben genaue Erwartungen an die Arbeitsbedingungen, die Entlohnung, Weiterentwicklung etc. Zudem interessieren sich NGOs, lokale Organisationen und Gemeinschaften für die Auswirkungen von Unternehmen auf die Umwelt oder die lokale Wirtschaft.

Nachhaltigkeit als Kerngeschäft im Unternehmen

Nicht jede Branche ist gleichermaßen von Nachhaltigkeit betroffen. Je nach der spezifischen Ausgangslage, den Anforderungen und den Zielsetzungen gilt es, unterschiedliche strategische Pfade zu beschreiten. Klar ist: Da die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von Nachhaltigkeit stetig ansteigt, gilt es, Nachhaltigkeitsmaßnahmen (global) zu planen und möglicherweise sämtliche Produkte sowie Prozesse auf ihre Zukunftsfähigkeit zu prüfen. In einigen Fällen wird sich sogar das Geschäftsmodell wandeln. Nachhaltigkeit wandelt sich dann vom Business Case zum Kerngeschäft.

Je nachdem, wo Ihr Unternehmen in diesen Dynamiken einzuordnen ist, ergeben sich ganz individuelle technologischen Anforderungen. Grundsätzlich gilt: Es bedarf eines einheitlichen Strukturkonzepts. Nur so lassen sich der aktuelle Umsetzungsstand und die Planung zukünftiger Maßnahmen im Nachhaltigkeits-Reporting dokumentieren.

Aufbau von Reportingstrukturen

Organisationen können verschiedene Wege beschreiten, um die erforderlichen Reporting-Strukturen zu implementieren. Diese unterscheiden sich erheblich im Aufwand. Geht es um ein tagesaktuelles, hochautomatisiertes Berichtswesen oder nur um die jährliche Sammlung und Zusammenführung von Excel-Tabellen? Hier muss eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse erfolgen. Der konkrete Nutzen eines Nachhaltigkeits-Controllings ergibt sich hierbei aus dem Kontext der Nachhaltigkeitsstrategie, die individuell gestaltet wird – sich aber grundsätzlich in mehrere Stufen einteilen lässt. Unternehmen können sich hierbei zunächst auf eine frühe Stufe beschränken und später weiterentwickeln. Wie sich Unternehmen hier einordnen können und was das für sie bedeutet, widmen sich weitere Teile dieser Blogserie.

Fazit: Unternehmen sollten die neuen Anforderungen als Chance begreifen, ihre Nachhaltigkeitsstrategie zu verbessern und ihre Reputation zu stärken. Auf dieser Grundlage lassen sich die erforderlichen Maßnahmen genau planen und Schritt für Schritt umsetzen.

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Fazit

Unternehmen sollten die neuen Anforderungen als Chance begreifen, ihre Strategie beim Thema Nachhaltigkeit zu verbessern und ihre Reputation zu stärken. Auf dieser Grundlage lassen sich die erforderlichen Maßnahmen genau planen und Schritt für Schritt umsetzen.

Ihr Ansprechpartner

Sprechen Sie mich gerne an.

Heimo Teubenbacher

Geschäftsführer

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Harald Lakatha

Sales Manager Austria

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